Kurz gesagt

Ein Hochzeitstisch ist eine Wunschliste, auf der ihr sammelt, was ihr euch zur Hochzeit wünscht. Gäste suchen sich einen Eintrag aus, doppelte Geschenke fallen weg. Legt die Liste an, bevor die Einladungen rausgehen, damit der Hinweis gleich auf der Karte oder eurer Hochzeitswebsite steht. Auf der Feier selbst nimmt ein Geschenketisch mit Kartenbox auf, was die Gäste mitbringen.

Die meisten Gäste möchten euch etwas schenken, das ihr wirklich braucht. Genau dafür gibt es den Hochzeitstisch: eine Wunschliste zur Hochzeit, aus der sich eure Gäste einen Wunsch aussuchen. Gemeint ist hier die Geschenkeliste, nicht die geschmückte Tafel, an der ihr beim Essen sitzt. Dieser Ratgeber zeigt die vier gängigen Varianten, wie ihr einen Hochzeitstisch online oder im Fachgeschäft anlegt und wie ihr euch Geld wünscht, ohne dass es unangenehm wird. Am Ende geht es um den Geschenketisch auf der Feier und darum, wer ihn abends einsammelt.

Tisch mit Leinendecke in einer Scheune, darauf verpackte Geschenke in Weiß, Salbeigrün und Packpapier, eine Holzbox mit Schlitz für Karten, leere Umschläge und weiße Rosen mit Eukalyptus
Der Geschenketisch auf der Feier: Was hier landet, stand vorher meist auf eurer Wunschliste

Was ist ein Hochzeitstisch?

Ein Hochzeitstisch ist eine Wunschliste, auf der ein Brautpaar sammelt, was es sich zur Hochzeit wünscht. Gäste suchen sich einen Eintrag aus und schenken genau das, doppelte Geschenke fallen weg. Früher lag die Liste in einem Fachgeschäft für Porzellan oder Haushaltswaren, heute ist sie oft eine Online-Liste, deren Link mit der Einladung kommt.

Ursprünglich meinte das Wort die Tafel, an der Brautpaar und Eltern beim Fest saßen. Erst im 20. Jahrhundert wurde daraus die Geschenkeliste der Kaufhäuser. Für euch hat die Liste zwei Vorteile: Ihr bekommt Dinge, die ihr wirklich nutzt, und eure Gäste müssen nicht raten.

Zwei Begriffe werden oft verwechselt. Der Hochzeitstisch ist die Liste, die ihr vor der Hochzeit anlegt. Der Geschenketisch ist der echte Tisch auf der Feier, auf dem die Gäste ihre Geschenke abstellen. Beide kommen in diesem Ratgeber vor, der Geschenketisch hat einen eigenen Abschnitt.

Vier Varianten im Überblick

Welche Form zu euch passt, hängt vor allem davon ab, ob euch noch Dinge fehlen oder ob ihr lieber für ein gemeinsames Ziel sammelt. Viele Paare kombinieren zwei Varianten, etwa eine kurze Sachliste und dazu die Reisekasse.

Variante Passt, wenn ... Darauf achten
Fachgeschäft ihr ein Service, Gläser oder Kochgeschirr komplett haben wollt Gäste von weiter weg müssen anrufen oder hinfahren
Online-Wunschliste eure Wünsche aus verschiedenen Bereichen kommen gekaufte Wünsche müssen als vergeben markiert werden
Geld und Reisekasse ihr schon zusammenwohnt und für ein Ziel spart ein klarer Zweck statt einer bloßen Bitte um Geld
Spende ihr wirklich nichts braucht eine Organisation, zu der ihr einen Bezug habt

Hochzeitstisch im Fachgeschäft

Die klassische Form: Ihr sucht in einem Geschäft für Porzellan, Glas oder Haushaltswaren aus, was ihr euch wünscht, und das Geschäft führt die Liste. Gäste kommen vorbei oder rufen an, kaufen einen Teil davon und bekommen ihn als Geschenk verpackt. Das Geschäft streicht den Posten, damit niemand doppelt kauft.

Stark ist diese Variante bei Dingen, die ein Set ergeben: zwölf Gedecke, die zusammenpassen, bekommt ihr so von zwölf verschiedenen Gästen. Fragt beim Anlegen, ob das Geschäft auch telefonisch oder per Mail verkauft und ob es versendet. Sonst haben es Gäste von weiter weg schwer.

Gestapelte weiße Teller und Schalen, zwei Weingläser und eine weiße Geschenkbox mit salbeigrünem Band auf einem Holztisch
Ein Service, das zusammenpasst: der Klassiker unter den Wünschen im Fachgeschäft

Online-Wunschliste

Der bequemste Weg für Gäste, die weiter weg wohnen. Ihr legt eine Wunschliste bei einem großen Onlinehändler oder auf einer Plattform für Geschenkelisten an und teilt den Link. Gäste öffnen die Liste am Handy, suchen sich etwas aus und lassen es direkt zu euch liefern oder bringen es mit. Plattformen, die Wünsche aus beliebigen Shops sammeln, sind praktisch, wenn eure Liste von der Pfanne bis zum Gartenstuhl reicht.

Prüft vor der Wahl zwei Dinge. Erstens: Wird ein gekaufter Wunsch automatisch als vergeben markiert, oder müssen die Gäste das selbst tun? Zweitens: Wohin wird geliefert? Lasst größere Geschenke lieber direkt zu euch nach Hause schicken, dann muss am Abend niemand Kartons ins Auto laden.

Geld und Reisekasse

Viele Paare wohnen vor der Hochzeit schon zusammen und haben den Haushalt längst komplett. Ein Geldwunsch ist dann naheliegender als der dritte Toaster. Unangenehm wird er nur, wenn er wie eine Rechnung klingt. Nennt deshalb einen Zweck, etwa die Hochzeitsreise oder ein Möbelstück, und formuliert den Wunsch als Angebot, nicht als Erwartung. Einen Betrag nennt ihr nie.

Eine Reisekasse funktioniert auch ohne Plattform: Ein Satz auf der Einladung genügt, und auf der Feier steht eine Kartenbox für Umschläge. Online-Reisekassen, bei denen Gäste einen Teil der Reise symbolisch kaufen, etwa ein Abendessen am Strand, machen den Wunsch anschaulicher. Prüft dort vorher, ob bei der Auszahlung Gebühren anfallen. Wie viel Gäste üblicherweise geben, steht aus Gästesicht im Ratgeber Wie viel Geld schenkt man zur Hochzeit?

Eine Frage, die viele Paare beschäftigt: die Steuer. Was Gäste zur Hochzeit schenken, gilt in aller Regel als übliches Gelegenheitsgeschenk, und das ist nach dem Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz steuerfrei.[1] Eine feste Betragsgrenze nennt das Gesetz nicht. Größere Summen, etwa ein Zuschuss der Eltern für die erste Wohnung, fallen unter die Freibeträge der Schenkungsteuer.[2] Bei solchen Beträgen lohnt eine kurze Rückfrage beim Finanzamt.

Spende statt Geschenk

Braucht ihr wirklich nichts, könnt ihr eure Gäste um eine Spende bitten. Das wirkt am überzeugendsten, wenn ihr eine einzige Organisation nennt, zu der ihr einen erkennbaren Bezug habt: das Tierheim, aus dem euer Hund stammt, oder der Verein, in dem ihr euch kennengelernt habt. Gebt Kontoverbindung und Verwendungszweck gleich mit an, dann müssen eure Gäste nicht nachfragen.

Hochzeitstisch erstellen in fünf Schritten

  1. Gemeinsam sortieren: Setzt euch zu zweit hin und geht Raum für Raum durch, was fehlt oder ersetzt werden soll. Was einer von euch nicht will, fliegt raus.
  2. Variante wählen: Sachliste, Reisekasse, Spende oder eine Kombination. Mehr als zwei Varianten verwirren eher.
  3. Liste anlegen: Tragt die Wünsche mit Bild und Link ein und notiert bei Sets die Stückzahl, etwa sechs Gläser statt ein Glas.
  4. Preise mischen: Verteilt die Wünsche über mehrere Preisbereiche, damit jeder Gast etwas Passendes findet.
  5. Vor der Einladung fertig sein: Legt den Hochzeitstisch an, bevor die Einladungen rausgehen. Die verschickt ihr idealerweise acht bis zehn Wochen vor der Hochzeit, die Liste steht also ein paar Tage früher.

Wie groß die Liste sein sollte: Als Richtwert gehören mindestens so viele Wünsche auf die Liste, wie ihr Haushalte einladet, besser ein paar mehr, damit auch späte Schenker noch Auswahl haben. Verteilt die Wünsche über mehrere Preisbereiche: kleine Dinge für Kollegen und Nachbarn, mittlere für Freunde und ein, zwei große Wünsche, für die sich mehrere Gäste zusammentun.

Wann welche Karte rausgeht, von der Save-the-Date-Karte bis zur Danksagung, zeigt der Ratgeber Wann Hochzeitseinladungen verschicken? Wer mit einer Save-the-Date-Karte früh ankündigt, braucht die Liste erst zur eigentlichen Einladung.

Was auf die Wunschliste gehört

Gute Wünsche sind konkret genug, dass niemand raten muss, und nützlich genug, dass ihr sie in fünf Jahren noch verwendet. Ein paar Bereiche, die sich bei vielen Paaren bewähren:

  • Küche und Tisch: ein gutes Messer, ein Bräter, Gläser in passender Stückzahl, ein Service für Gäste.
  • Zuhause: Bettwäsche, Handtücher, eine Leuchte oder ein Teppich, auf den ihr euch zu zweit geeinigt habt.
  • Garten und Balkon: Pflanzkübel, ein Grill, Gartenmöbel als großer Gemeinschaftswunsch.
  • Erlebnisse: ein Kochkurs zu zweit, Konzertkarten, eine Übernachtung zum ersten Jahrestag der Hochzeit.
  • Anteile an Größerem: ein Stück der Hochzeitsreise, ein Beitrag zum Sofa oder zum Fahrrad.

Weniger gut funktionieren Dinge, die sehr persönlich ausgesucht werden müssen, etwa Kleidung oder Schmuck, und reine Verbrauchsartikel. Auch Wünsche, die nur ein einziger Gast bezahlen kann, bleiben oft liegen. Teilt sie lieber in Anteile auf.

So erfahren eure Gäste davon

Am einfachsten mit einem Satz auf der Einladung oder einer Beilegekarte, der auf den Link oder die Hochzeitswebsite verweist. Die Liste selbst gehört nicht auf die Karte, der Hinweis genügt. Wer keine Website hat, nennt eine Ansprechperson, meist die Trauzeugen, die Fragen zu Geschenken beantwortet und den Überblick behält.

Ein langer Link auf Papier ist unpraktisch, niemand tippt ihn ab. Besser ist ein QR-Code auf der Karte, der zu eurer Hochzeitswebsite führt, auf der dann auch der Hochzeitstisch steht. Wie ihr den Code erstellt und wo er auf der Karte sitzt, zeigt der Ratgeber QR-Code zur Hochzeit.

Formulierungen für Karte und Website

Kurz, freundlich und ohne Druck. Drei Vorlagen, die ihr anpassen könnt:

  • Mit Wunschliste: Ihr fragt, was wir uns wünschen? Eine kleine Liste mit Ideen findet ihr auf unserer Hochzeitswebsite.
  • Mit Reisekasse: Unser Zuhause ist schon eingerichtet. Wenn ihr uns etwas schenken möchtet, sparen wir für drei Wochen Portugal im nächsten Frühjahr.
  • Mit Spende: Wir haben alles, was wir brauchen. Wer uns trotzdem beschenken möchte, unterstützt das Tierheim, aus dem unsere Lotte stammt.

Weitere Textbausteine für Rückmeldung, Dresscode und Anfahrt, dazu Vorlagen für den Haupttext der Karte, stehen im Ratgeber Hochzeitseinladung: Text.

Der Hochzeitstisch auf eurer Hochzeitswebsite

Habt ihr eine Hochzeitswebsite, gehört der Hochzeitstisch dorthin. Der Code auf der Karte führt dann zu allem, was eure Gäste wissen wollen, von der Anfahrt bis zu euren Wünschen. Bei der Hochzeitswebsite von GaHoDi gibt es dafür zwei Wege:

  • Kostenlos: Im Abschnitt "Wünsche" schreibt ihr in eigenen Worten, was ihr euch wünscht, etwa den Hinweis auf die Reisekasse oder die Spende.
  • Premium: Der Abschnitt "Hochzeitstisch" ist eine Liste. Jeder Eintrag hat einen Titel, auf Wunsch einen Link und einen kurzen Hinweis. Ein Tipp auf einen verlinkten Eintrag öffnet die Wunschliste in einem neuen Tab.

So stehen mehrere Wege sauber nebeneinander: die Online-Wunschliste mit Link, das Fachgeschäft mit Adresse im Hinweis und die Reisekasse mit einem Satz dazu, wie ihr euch den Beitrag vorstellt. Ein Eintrag braucht keinen Link, der Titel mit Hinweis genügt. Die Überschrift ist mit "Unser Geschenketisch" vorbelegt, ihr könnt sie ändern.

Was die Liste nicht übernimmt: Sie merkt sich nicht, wer was gekauft hat. Das Reservieren läuft auf der Wunschliste, die ihr verlinkt. Wählt für Sachwünsche deshalb einen Anbieter, bei dem gekaufte Wünsche als vergeben markiert werden. Was sonst noch auf die Seite gehört, von der Online-Zusage bis zum Passwortschutz, zeigt der Ratgeber Hochzeitswebsite erstellen.

Der Geschenketisch auf der Feier

Auch mit Online-Liste bringen viele Gäste etwas mit, und sei es nur die Karte mit dem Umschlag. Stellt den Geschenketisch nah an den Eingang oder den Sektempfang, damit Gäste ihre Geschenke gleich abgeben können und nichts durch den Saal tragen müssen. Dazu gehören eine verschließbare Kartenbox für Umschläge und ein kleines Schild. Bittet die Trauzeugen, den Tisch im Blick zu behalten und am Ende der Feier alles einzusammeln.

Ein paar Punkte, die am Abend den Unterschied machen:

  • Platz einplanen: Rechnet grob mit einer Karte oder einem Päckchen je Paar oder Familie. Bei einer großen Feier ist ein Tisch von zwei Metern Länge kein Luxus.
  • Deko sparsam halten: Eine Tischdecke und ein paar Blumen reichen, der Tisch füllt sich von selbst.
  • Kartenbox nicht aus den Augen lassen: Umschläge mit Geld gehören in eine Box mit Schlitz, nicht lose auf den Tisch. Nach dem Essen wandert sie an einen sicheren Ort.
  • Karten am Geschenk lassen: Wer auspackt, verliert schnell den Überblick, von wem was stammt. Packt erst zu Hause aus.

Wie die Trauzeugen den Abend sonst noch absichern, vom Notfall-Set bis zur Rede, steht im Ratgeber Aufgaben der Trauzeugen.

Nach der Feier: Überblick behalten und danken

Legt beim Auspacken eine einfache Liste an: wer, was, und ob schon gedankt. Bei Geldgeschenken reicht der Name auf dem Umschlag. Diese Liste ist die Grundlage für die Danksagung, die ihr am besten zwei bis sechs Wochen nach der Hochzeit verschickt.

Nehmt in der Danksagung Bezug auf das konkrete Geschenk, wenn es passt: Ein Satz zum neuen Service oder zum Abendessen, das ihr von der Reisekasse bezahlt habt, wirkt persönlicher als ein allgemeiner Dank. Formulierungen dafür stehen im Ratgeber Danksagung zur Hochzeit. Die Online-Wunschliste könnt ihr nach der Feier schließen oder auf privat stellen, damit niemand aus Versehen noch etwas bestellt.