Kurz gesagt
Auf die Tischkarte gehört der Name des Gasts, bei einem abweichenden Menü zusätzlich eine kurze Zeile wie "vegetarisch". Jede Person mit eigenem Sitzplatz bekommt eine eigene Karte, auch Kinder und das Brautpaar. Beschriftet wird erst, wenn die Rückmeldefrist abgelaufen ist und der Sitzplan steht, sortiert Tisch für Tisch, damit am Hochzeitstag niemand suchen muss.
Passend dazu: Tischkarten
Eine Tischkarte hat Platz für einen Namen und eine Zeile darunter. Trotzdem stecken in dem kleinen Kärtchen erstaunlich viele Entscheidungen. Schreibt ihr den vollen Namen oder nur den Vornamen, bekommt der Onkel seinen Doktortitel, und was steht auf der Karte der zweijährigen Nichte? Dieser Ratgeber beantwortet die Fragen, die beim Tischkarten beschriften wirklich auftauchen: welche Angaben auf die Karte gehören, wie viele Tischkarten ihr für die Hochzeit braucht, ob ihr sie selber macht oder drucken lasst, wann ihr sie schreibt oder bestellt und wie sie am Hochzeitstag an den richtigen Platz kommen.
Was auf die Tischkarte gehört
Die Tischkarte hat genau eine Aufgabe: Sie sagt dem Gast, welcher Stuhl seiner ist. Deshalb gehört auf die Vorderseite in erster Linie der Name, gut lesbar aus der Höhe, aus der ein stehender Gast auf den Tisch schaut. Alles Weitere ist optional:
- Menüwunsch: Eine kurze Zeile wie "vegetarisch", "vegan" oder "Kinderteller" kommt nur dazu, wenn der Gast vom Standardmenü abweicht. Warum, steht im Abschnitt Menüwunsch ja, Allergien nein.
- Ein Zierelement: ein Zweig, eine Linie oder ein Monogramm aus eurer übrigen Papeterie. Es verbindet die Karte mit Einladung und Menükarte, ohne mehr Text.
- Eine Rückseite mit Notiz: Manche Paare schreiben jedem Gast ein, zwei persönliche Sätze auf die Rückseite. Das kostet Zeit, wird aber oft aufgehoben. Auf unseren gedruckten Tischkarten bleibt die Rückseite dafür unbedruckt im Naturton des Papiers.
Was nicht auf die Tischkarte gehört: die Tischnummer. Die steht auf dem Sitzplan am Eingang und auf dem Schild in der Tischmitte. Wer beides auf die Karte schreibt, muss bei jeder Umsetzung zwei Stellen ändern. Wie Sitzplan, Tischnummer und Tischkarte zusammenspielen, erklärt der Ratgeber Sitzplan zur Hochzeit.
Tischkarten beschriften: Namen richtig schreiben
Die wichtigste Regel steht vor allen anderen: Entscheidet euch für eine Schreibweise und zieht sie auf allen Karten durch. Ein Tisch, an dem "Anna" neben "Dr. Klaus Berger" sitzt, wirkt, als hättet ihr die Gäste in wichtig und weniger wichtig sortiert.
Vorname oder voller Name
Nur Vornamen passen, wenn sich fast alle kennen: eine kleine Feier im Familien- und Freundeskreis, bei der niemand fragt, welche Anna gemeint ist. Sobald zwei Familien und mehrere Freundeskreise aufeinandertreffen, ist Vor- und Nachname die bessere Wahl. Eure Gäste finden ihren Platz schneller, Tischnachbarn wissen gleich, mit wem sie sprechen, und der Service kann eine Karte mit Menüwunsch eindeutig zuordnen.
Spitznamen sind charmant, solange wirklich jeder am Tisch den Gast unter diesem Namen kennt. Die Tante, die in der Familie seit Jahrzehnten "Mausi" heißt, freut sich vielleicht darüber. Der Kollege, den nur ihr "Schrauber" nennt, sucht seine Karte womöglich vergeblich.
Gleiche Vornamen
Habt ihr euch für Vornamen entschieden und es gibt zwei Thomas, hängt ihr bei beiden den ersten Buchstaben des Nachnamens an: "Thomas K." und "Thomas W.". Bei beiden, nicht nur beim zweiten, sonst wirkt einer der beiden wie der Nachtrag. Sitzen Vater und Sohn mit gleichem Vornamen an einem Tisch, schreibt ihr den vollen Namen oder ergänzt "sen." beziehungsweise "jun.", wenn das in der Familie ohnehin üblich ist.
Doktor- und Adelstitel
Etikette-Ratgeber empfehlen: Adels- und Doktortitel schreibt ihr dazu, wenn der Platz es zulässt.[1] Adelsbezeichnungen wie "von" sind ohnehin Teil des Familiennamens und gehören immer auf die Karte. Hat jemand mehrere akademische Titel, steht nur der höchste.[1]
In der Praxis löst sich die Frage oft von selbst: Der Doktortitel wird nur zusammen mit dem Nachnamen geschrieben. Wer auf allen Karten nur Vornamen schreibt, lässt ihn automatisch weg, ohne jemanden zurückzusetzen. Wer volle Namen schreibt, nimmt den Titel mit, und zwar bei allen Promovierten, nicht nur beim Chef. Den Platz habt ihr fast immer: Auf unseren gedruckten Tischkarten fasst die Namenszeile bis zu 30 Zeichen, und selbst "Dr. Katharina von Hohenberg" kommt mit 27 aus.
Paare und Familien
Jede Person bekommt eine eigene Karte, auch wenn sie als Paar oder Familie eingeladen wurde. Die Einladung ging an "Familie Berger", aber am Tisch sitzen Anna, Ben und die Kinder auf vier einzelnen Stühlen. Eine Karte "Familie Berger" für vier Plätze lässt offen, wer wo sitzt, und landet am Ende vor einem einzigen Teller.
Paare sitzen bei Hochzeiten meist nebeneinander, deshalb liegen ihre beiden Karten direkt nebeneinander. Bei unterschiedlichen Nachnamen schreibt ihr jeden Namen so, wie die Person ihn selbst führt. Eine Begleitperson, deren Namen ihr bei der Zusage noch nicht kanntet, bekommt ebenfalls eine eigene Karte mit echtem Namen: Fragt ihn nach, statt "Begleitung von Ben" zu schreiben.
Kinder
Kinder mit eigenem Stuhl bekommen eine eigene Tischkarte, auch am Kindertisch. Für Kinder ist die Karte mit dem eigenen Namen oft das Highlight des Tisches, und für den Service ist sie der sicherste Hinweis auf den Kinderteller. Auf die Kinderkarte gehört nur der Vorname, auch wenn die Erwachsenen volle Namen tragen: Das ist keine Inkonsequenz, sondern die Form, in der Kinder angesprochen werden.
Keine eigene Karte brauchen Babys, die auf dem Schoß oder im Kinderwagen sitzen. Ein Kleinkind im Hochstuhl belegt dagegen einen eigenen Platz und bekommt eine Karte, damit die Location den Hochstuhl an die richtige Stelle stellt.
Menüwunsch ja, Allergien nein
Eine zweite Zeile mit dem Menüwunsch hilft dem Service, der beim Servieren nicht jeden Gast fragen will. Sie funktioniert aber nur, wenn sie auffällt: Druckt oder schreibt sie nur auf die Karten, die vom Standardmenü abweichen. Steht auf jeder Karte etwas, liest niemand mehr hin. Wie ihr Menüwünsche vorab einsammelt und auszählt, steht im Ratgeber Hochzeitsmenü planen.
Allergien und Unverträglichkeiten gehören dagegen nicht auf die Tischkarte. Die Karte liegt offen am Platz, jeder Tischnachbar liest mit, und eine Nussallergie oder Zöliakie ist eine Gesundheitsangabe, die der Gast vielleicht nicht mit dem ganzen Tisch teilen möchte. Diese Angaben bekommt die Küche als eigene Liste, sortiert nach Tisch und Platz. Auf der Karte reicht die Menüvariante, etwa "vegetarisch".
Wie viele Tischkarten ihr braucht
Ihr braucht eine Tischkarte pro Person mit eigenem Sitzplatz: alle zugesagten Gäste, Kinder mit eigenem Stuhl und das Brautpaar selbst. Dazu kommen Dienstleister, die mit am Tisch essen, sowie ein paar leere Karten als Reserve für Nachzügler oder Tippfehler. Bei 80 Gästen plus Brautpaar sind das 82 Karten.
Beim Zählen gehen drei Gruppen regelmäßig verloren:
- Das Brautpaar: Am Brauttisch liegen eure eigenen Karten genauso wie die eurer Trauzeugen. Ohne sie fällt die Lücke im Tischbild sofort auf.
- Dienstleister am Gästetisch: Fotograf, DJ oder Hochzeitsplaner essen oft separat. Sitzen sie an einem Gästetisch, bekommen sie eine Karte wie alle anderen.
- Späte Zusagen: Wer nach der Rückmeldefrist doch noch zusagt, braucht eine Karte, wenn die gedruckten schon da sind. Dafür ist die Reserve da.
Die Reserve schreibt ihr nicht vorab, sondern legt sie leer zusammen mit einem passenden Stift in die Kiste mit den fertigen Karten. Wer seine Tischkarten drucken lässt, bekommt sie bei uns fast von selbst: Gedruckt wird auf A3-Bogen mit 21 Karten, und die Felder, die auf dem letzten Bogen frei bleiben, kommen blanko im selben Design mit. Im Beispiel mit 82 Karten sind das 4 Bogen und 2 leere Karten für Nachzügler.
Wann ihr die Tischkarten beschriftet
Tischkarten sind die letzte Papeterie vor der Hochzeit, weil sie an zwei Dingen hängen, die sich lange ändern: der Gästeliste und dem Sitzplan. Die Reihenfolge, die sich bewährt:
- Rückmeldefrist abwarten. Sie endet meist etwa vier Wochen vor der Hochzeit. Wann die Einladungen dafür rausgehen müssen, zeigt unser Zeitplan für die Hochzeitspapeterie.
- Sitzplan festlegen. Erst wenn feststeht, wer an welchem Tisch sitzt, lassen sich die Karten in der richtigen Reihenfolge schreiben und sortieren.
- Karten schreiben oder bestellen. Zwei bis drei Wochen vor der Hochzeit ist der richtige Moment: Die Zusagen sind durch, für Druck, Lieferung und Zuschnitt bleibt genug Luft.
- Gegenlesen. Eine zweite Person liest jede Karte gegen die Gästeliste. Vertauschte Buchstaben im Nachnamen fallen dem Gast als Erstes auf.
- In der letzten Woche sortieren. Karten Tisch für Tisch bündeln, mehr dazu im Abschnitt sortieren und auslegen.
Wer seine Gästeliste digital führt, spart sich an dieser Stelle das Abtippen. Im Hochzeitsplaner stehen Zusagen, Menüwünsche und Tischzuordnung an jedem Gast. Unsere Tischkarten übernehmen diese Liste: Abgesagte Gäste fallen heraus, die übrigen kommen Tisch für Tisch und innerhalb eines Tisches nach Nachnamen sortiert in den Editor, mit dem Menüwunsch, sofern er vom Standard abweicht.
Tischkarten selber machen oder drucken lassen
Drei Wege führen zu fertigen Karten, und jeder hat seinen Preis in Zeit oder Geld.
Von Hand beschriften. Blanko-Karten mit einem guten Stift sind der persönlichste Weg. Er passt, wenn einer von euch oder jemand aus dem Freundeskreis eine schöne Schrift hat. Damit das Ergebnis gleichmäßig wird:
- Stift vorher auf einer Probekarte desselben Papiers testen. Ungestrichenes Naturpapier saugt Tinte stärker auf als glattes, dünne Linien laufen dann breiter.
- Mit Bleistift eine feine Grundlinie ziehen und sie nach dem Trocknen wegradieren. So stehen alle Namen auf derselben Höhe.
- In der Reihenfolge des Sitzplans schreiben, nicht alphabetisch. Dann sind die Karten beim Fertigwerden schon sortiert.
- Ein paar Karten mehr einkaufen, als ihr braucht: Verschrieben ist verschrieben.
Vorlage zu Hause drucken. Eine Vorlage im Textprogramm, festes Papier aus dem Bastelbedarf und der eigene Drucker sind die günstigste Lösung. Prüft vorher in der Anleitung eures Druckers, welches Papiergewicht er einzieht, denn Karton für Tischkarten ist deutlich schwerer als Kopierpapier. Geschnitten wird danach mit Lineal und Cutter oder einem Papierschneider.
Drucken lassen. Ihr gebt die Namen einmal ein, gestaltet wird im Editor mit Live-Vorschau. Unsere Tischkarten kommen als A3-Bogen mit durchgehenden Schnittlinien, jede Karte misst 9 x 5,5 cm auf 300-g-Naturpapier, bedruckt ist die Vorderseite. Den letzten Schritt übernehmt ihr selbst: Mit Papierschneider oder Cutter trennt ihr die Karten an den Linien ab. Bestellbar ist schon eine einzige Karte, abgerechnet wird der angefangene Bogen. Ab 60 und ab 120 Karten sinkt der Stückpreis.
Welcher Weg der richtige ist, hängt weniger vom Budget ab als von der Zeit, die euch in den letzten Wochen bleibt. Von Hand braucht es einen ruhigen Abend und eine sichere Schrift. Gedruckt braucht es die fertige Gästeliste sowie etwas Vorlauf für die Lieferung.
Am Hochzeitstag: sortieren und auslegen
Am Hochzeitstag selbst legt ihr keine einzige Karte. Das übernehmen Location, Service oder eine Person aus dem Freundeskreis. Damit das ohne euch funktioniert, braucht sie zwei Dinge: sortierte Karten und einen Plan.
- Tisch für Tisch bündeln. Die Karten jedes Tisches kommen in einen eigenen Umschlag oder ein Kästchen, außen beschriftet mit genau der Tischbezeichnung, die auch auf dem Sitzplan und dem Tischschild steht.
- Den Sitzplan beilegen. Ein ausgedruckter Plan mit der Reihenfolge der Plätze je Tisch, damit Paare nebeneinander und die Oma nicht mit dem Rücken zum Brautpaar sitzt.
- Am Vortag übergeben. Die Kiste mit allen Umschlägen, dem Plan, den leeren Reservekarten und einem Stift geht an die Person, die die Tische eindeckt, am besten zusammen mit den übrigen Deko-Sachen.
- Erst eindecken, dann auslegen. Die Karten kommen zuletzt auf die Tische, wenn Teller, Servietten und Gläser stehen. Sonst werden sie beim Eindecken verschoben.
Wohin die Karte kommt, hängt von ihrer Form ab. Eine flache Karte liegt auf der gefalteten Serviette oder direkt auf dem Teller, dort sieht sie jeder und nichts fällt um. Aufrecht stehen flache Karten nur in einem Halter, etwa einem Ring, einer Mini-Staffelei oder einem Holzklotz mit Schlitz. Eine Klappkarte steht von allein, braucht dafür aber mehr Platz zwischen Glas und Besteck. Liegt am Platz ohnehin ein Gastgeschenk, kann die Tischkarte gleich daran lehnen oder darauf liegen. Ideen dafür sammelt der Ratgeber Gastgeschenke zur Hochzeit.
Und falls am Morgen doch noch jemand absagt: Die Karte kommt einfach vom Tisch, das Gedeck räumt der Service ab. Eine Lücke fällt weniger auf als ein Name vor einem leeren Stuhl.