Kurz gesagt

Eine ökumenische Trauung feiern Paare, bei denen ein Partner katholisch und der andere evangelisch ist. Einen eigenen ökumenischen Ritus gibt es nicht: Ihr heiratet nach katholischer oder evangelischer Ordnung, der Geistliche der anderen Konfession begleitet die Trauung. Angemeldet wird bei beiden Pfarrämtern, und bei evangelischer Ordnung braucht der katholische Partner vorab die Dispens von der Formpflicht.

Viele Brautpaare wünschen sich eine kirchliche Zeremonie nach der standesamtlichen Trauung. Erst stellt sich die Frage, ob das Standesamt und die Kirche an einem Tag gefeiert wird oder an unterschiedlichen Tagen.

Darüber hinaus gibt es eine Besonderheit, wenn das Brautpaar unterschiedliche Konfessionen hat: Dies nennt man ökumenische Trauung.

So könnt ihr euren Glauben bestärken und habt die Möglichkeit, den Segen von Gott zu empfangen.

Was ist eine ökumenische Hochzeit?

Eine ökumenische Eheschließung findet statt, wenn das Brautpaar gleichzeitig katholisch und evangelisch heiratet. Beispielsweise gehört der Verlobte zur katholischen Kirche und die zukünftige Ehefrau ist evangelisch.

Insgesamt habt ihr drei Möglichkeiten:

  1. Eine katholische Trauung
  2. Eine evangelische Trauung
  3. Eine ökumenische Trauung

Der ökumenische Gottesdienst verbindet beide Konfessionen. Hierbei könnt ihr euch entweder in einer katholischen Kirche mit einer evangelischen Begleitung vor dem Altar trauen lassen oder andersrum.

Für die Anmeldung zur Eheschließung müsst ihr beide Pfarrämter kontaktieren, um die ökumenische Hochzeit zu beantragen. Und auch beim Traugespräch sind beide Pfarrer anwesend.

Dafür muss einer von beiden Mitglied bei der Kirche sein. Falls dies nicht der Fall ist, könnt ihr die Erstaufnahme oder einen Wiedereintritt beantragen.

Die Hände von der Braut und dem Bräutigam liegen aufeinander auf dem Brautkleid, während beide Trauringe tragen
Ökumenische Trauung: Das frische Ehepaar mit den neuen Trauringen

Anmeldung, Unterlagen und Trauzeugen

Eine ökumenische Trauung berührt zwei Kirchen, und beide bringen eigene Regeln mit. Ihr meldet sie deshalb an zwei Stellen an: Auf katholischer Seite ist die Wohnortpfarrei von Braut oder Bräutigam zuständig, auf evangelischer Seite die Kirchengemeinde, in der ihr feiern wollt. Nehmt früh Kontakt auf, denn Traugespräch, Papiere und Kirchentermin hängen voneinander ab.

Im Traugespräch füllt der katholische Seelsorger mit euch das Ehevorbereitungsprotokoll aus: Darin werden eure Personalien festgehalten und es wird geprüft, dass kein Ehehindernis vorliegt. Dabei klärt sich auch die Erlaubnis zur konfessionsverschiedenen Ehe, die eine Ehe zwischen einem Katholiken und einem evangelischen Christen kirchenrechtlich braucht. Erteilen kann sie der zuständige Seelsorger mit allgemeiner Traubefugnis oder der Ortsordinarius, also in der Regel der Bischof.[1] In der Praxis ist das eine Formalität, die im Traugespräch gleich mit erledigt wird.

Beide Kirchen setzen die standesamtliche Trauung in der Regel voraus, auch wenn eine rein kirchliche Trauung staatlich seit 2009 erlaubt ist. Wie dieser Termin abläuft, von der Anmeldung bis zur Eheurkunde, zeigt unser Ratgeber zum Ablauf der standesamtlichen Trauung. Ob Amt und Kirche auf denselben Tag fallen, entscheidet ihr frei: Die Vor- und Nachteile stehen im Ratgeber Standesamt und Kirche an einem Tag.

Dispens von der Formpflicht: nötig bei evangelischer Ordnung

Das ist der Punkt, der bei einer ökumenischen Trauung am häufigsten untergeht. Nach katholischem Kirchenrecht gilt für Katholiken eine Formpflicht: Eine Ehe wird gültig vor einem katholischen Geistlichen und zwei Trauzeugen geschlossen. Feiert ihr nach evangelischer Ordnung, ist diese Form nicht eingehalten.

Dafür gibt es die Dispens von der Formpflicht, also die Befreiung von der katholischen Eheschließungsform. Der katholische Partner holt sie über das katholische Pfarramt an seinem Wohnort ein, das den Antrag ans Bistum weiterleitet. Entscheidend ist der Zeitpunkt: Die Dispens muss vor der Trauung vorliegen.[2] Ohne sie gilt die Ehe nach katholischem Kirchenrecht nicht als gültig geschlossen, mit ihr dagegen schon, obwohl sie nicht in katholischer Form gefeiert wurde.

Läuft eure Trauung nach katholischer Ordnung, also mit einem katholischen Geistlichen und evangelischer Begleitung, braucht ihr keine Dispens. Die Erlaubnis zur konfessionsverschiedenen Ehe bleibt in beiden Fällen nötig.

Unterlagen für die Anmeldung

Welche Papiere genau verlangt werden und wie aktuell sie sein müssen, regeln Bistum und Landeskirche jeweils selbst. Fragt deshalb bei beiden Pfarrämtern nach. Das kommt üblicherweise zusammen:

  • Personalausweis von euch beiden.
  • Taufbescheinigung oder Taufschein von euch beiden, häufig in aktueller Ausstellung. Ausgestellt wird sie vom Pfarramt eures Taufortes, nicht von dem an eurem Wohnort.
  • Konfirmationsurkunde für die evangelische Anmeldung.
  • Eheurkunde vom Standesamt, sobald ihr standesamtlich geheiratet habt.
  • Ledigennachweis für den nicht-katholischen Partner, je nach Bistum über das Einwohnermeldeamt oder als eidesstattliche Erklärung.

Fangt mit dem Taufschein an, wenn ihr weit von eurem Taufort entfernt wohnt: Das ist erfahrungsgemäß der Punkt, der am längsten dauert.

Trauzeugen und ihre Konfession

Nach katholischer Ordnung sind zwei Trauzeugen Pflicht, ihre Konfession spielt dabei aber keine Rolle: Trauzeugen müssen nicht katholisch sein, auch das Alter ist nicht entscheidend.[3] Nach evangelischer Ordnung sind Trauzeugen umgekehrt gar nicht vorgeschrieben, ihr könnt sie also frei benennen oder weglassen.

Damit habt ihr die freie Wahl, wer neben euch steht. Was auf die beiden zukommt, steht im Ratgeber zu den Aufgaben der Trauzeugen.

Ablauf des Gottesdienstes

Obwohl euer Traugottesdienst mit beiden Pfarrern stattfindet, müsst ihr euch bei dem Ablauf entscheiden. Entweder feiert ihr die Zeremonie nach dem katholischen Ritus oder nach dem evangelischen. Eure Trauung findet dann auch in der jeweiligen Gemeinde statt.

Einen eigenen ökumenischen Ritus gibt es nämlich nicht: Gefeiert wird immer die Ordnung einer der beiden Konfessionen, die andere ist beteiligt. Dies ist auch aus kirchenrechtlichen Gründen wichtig! Wird eure Trauung katholisch gefeiert, gilt sie als katholische Trauung mit dem Sakrament der Ehe. Läuft sie nach evangelischer Ordnung, braucht der katholische Partner vorab die Dispens von der Formpflicht: Ohne diese Befreiung von der katholischen Eheschließungsform gilt die Ehe nach katholischem Kirchenrecht nicht als gültig geschlossen.

Die ökumenische Trauung dauert in der Regel zwischen 45 Minuten und einer Stunde.

Ablauf in der evangelischen Kirche

Die evangelische Trauung verläuft wie immer. Dabei hat der evangelische Pastor die Leitung und der katholische Priester begleitet die Zeremonie.

Dies ist ein typischer Ablauf in der evangelischen Kirche:

  • Eröffnung
    • Empfang des Brautpaares durch beide Pfarrer
    • Einzug in die Kirche (mit Musik)
    • Begrüßung
    • Lied / Gemeindelied
    • Eingangsvotum
    • Eingangsgebet oder Psalmgebet
  • Verkündigung, Bekenntnis und Segnung
    • Ansprache zum Trauspruch
    • Lied, Musik- oder Orgelstück
    • Lesung
    • Gebet zur Trauung
    • Traubekenntnis
    • Ringtausch
    • Segnung des Brautpaares
    • Lied
  • Sendung
    • Fürbittengebet
    • Vaterunser
    • Schlusssegen
    • Auszug aus der Kirche (mit Musik)

Ablauf in der katholischen Kirche

Die Trauzeremonie in der katholischen Kirche verläuft wie ein rein katholischer Wortgottesdienst, also ohne Abendmahl. Der katholische Geistliche hat die Leitung und der evangelische Pastor begleitet die Hochzeit.

Dies ist ein typischer Ablauf eines katholischen Gottesdienstes zur Trauung:

  • Eröffnung
    • Empfang des Brautpaares (Pfarrer empfängt Brautpaar am Kircheneingang)
    • Einzug in die Kirche (mit Musik)
    • Eröffnungsgebet
    • Begrüßung der Gemeinde
    • Einführung (Überleitung zum Gottesdienst)
    • Kyrie
    • Tagesgebet
  • Wortgottesdienst
    • Lesung und Gesang
    • Lied / Gemeindelied
    • Homilie (Ansprache)
  • Trauung
    • Befragung nach der Bereitschaft zur christlichen Ehe
    • Segnung der Ringe
    • Vermählung (Abnahme des Trauversprechens)
    • Bestätigung der Vermählung
    • Feierlicher Trauungssegen
  • Fürbitten
  • Vaterunser
  • Schlussgebet und Danklied
  • Unterzeichnung der Dokumente (durch Trauzeugen und Pfarrer)
  • Auszug aus der Kirche (mit Musik)

Kindererziehung: Taufe von den Kindern

Früher mussten die Kinder nach einer ökumenischen Hochzeit in der katholischen Kirche getauft und erzogen werden. Dazu wurde ein Gespräch mit dem katholischen Pfarrer geführt, wo dieser die Eltern explizit fragte.

Heutzutage wird das nicht mehr so streng gesehen. Die Eltern haben die Möglichkeit, die Kinder evangelisch zu taufen und später sie die Kommunion empfangen zu lassen.

Für die katholische Kirche und die Geistlichen steht das Gelingen und der Frieden der Ehe immer vor der Tauffrage und der Kindererziehung.

Das Versprechen des katholischen Partners

Ganz weg ist die Tauffrage damit aber nicht. Für die Erlaubnis zur konfessionsverschiedenen Ehe gibt der katholische Partner ein Versprechen ab: Er verspricht, die Kinder taufen zu lassen und in seinem Glauben zu erziehen.[3] Kirchenrechtlich ist das als Zusage formuliert, nach Kräften darauf hinzuwirken, nicht als Erfolgsgarantie.

Drei Dinge sind daran wichtig:

  • Nur der katholische Partner gibt das Versprechen ab. Der evangelische Partner verspricht nichts und muss auch nichts unterschreiben.
  • Wissen muss er trotzdem davon. Zur Erlaubnis gehört, dass dem anderen Partner dieses Versprechen und das katholische Eheverständnis bekannt sind.
  • Es zielt auf das Bemühen, nicht auf ein Ergebnis. Deshalb bleibt Raum für eure gemeinsame Entscheidung, in welcher Konfession euer Kind getauft wird.

Sprecht das Thema im Traugespräch offen an, statt es zu umgehen. Genau dafür ist das Gespräch da, und ihr klärt damit vorab, was sonst Jahre später zwischen euch steht.

Ab wann Kinder selbst entscheiden

Über die Konfession entscheidet irgendwann nicht mehr ihr, sondern euer Kind. Das regelt in Deutschland das Gesetz über die religiöse Kindererziehung, und zwar in zwei Stufen:

  • Ab dem vollendeten 12. Lebensjahr darf ein Kind nicht mehr gegen seinen Willen in einem anderen Bekenntnis erzogen werden als bisher.
  • Ab dem vollendeten 14. Lebensjahr entscheidet es selbst, welchem religiösen Bekenntnis es angehören will.[4]

Praktisch heißt das: Die Taufe legt den Start fest, nicht den ganzen Weg. Ob euer Kind später zur Kommunion oder zur Konfirmation geht, ist ab 14 seine eigene Entscheidung. Das nimmt der Frage, in welcher Konfession getauft wird, einen guten Teil ihres Gewichts.

Das Gesangsbuch liegt aufgeschlagen auf dem Tisch. Auf der linken Seite steht 'Gesänge' und rechts ist das Lied 'Kirchenjahr' aufgeschlagen
Im Gotteslob habt ihr eine Übersicht mit den schönsten Liedern für eure Zeremonie [a]

Lieder und Trausprüche für den Gottesdienst

Der Gesang spiritueller Lieder und Hymnen schafft einen besonderen Moment der Gemeinschaft und des Zusammenhaltes. Gerade deswegen ist die Auswahl der Lieder keine leichte Aufgabe.

Grundsätzlich solltet ihr euch orientieren, nach welchem Ritus eure Trauung vollzogen wird und welche Gemeinde die Zeremonie begleitet. Dabei habt ihr die Auswahl zwischen den beiden Gesangsbüchern:

  1. Das Evangelische Gesangbuch (EG) gibt es in verschiedenen Landesausgaben und enthält 535 Lieder.
  2. Das Katholische Gesangbuch heißt Gotteslob (GL). Der Stammteil besteht aus drei Hauptteilen und enthält 280 Lieder.

Momentan gibt es 90 Lieder, die in beiden Gesangsbüchern stehen und im Gotteslob stehen 145 ökumenische Lieder - Also werdet ihr auf jeden Fall fündig!

Alternativ habt ihr die Möglichkeit, auch andere Lieder zu verwenden. Dies müsst ihr vorher mit dem Pastor abklären und vergesst nicht das Lied in euer Kirchenheft aufzunehmen!

Besondere Trausprüche aus der Bibel

Auch die Trausprüche spielen eine wichtige Rolle! Für die ökumenische Trauung findet ihr in der Bibel und im Evangelium etliche Trausprüche zum Thema Partnerschaft, Liebe und Glauben. Besonders schön finden wir den Trauspruchgenerator von der evangelischen Kirche.

Dies sind verschiedene Segen und Trausprüche für euer Eheversprechen, zitiert nach der gemeinfreien Lutherbibel von 1912:

  • Seid aber untereinander freundlich, herzlich und vergebet einer dem andern, gleichwie Gott euch auch vergeben hat in Christo.
    – Paulus an die Epheser 4,32
  • Die Liebe verträgt alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf.
    – 1. Korinther 13,7+8a
  • Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege.
    – 2. Mose 23,20

Vergesst nicht, den Trauspruch ins Kirchenheft aufzunehmen! Wie ihr Ablauf, Lieder und Trauspruch darin anordnet und was ihr beim Abdruck von Liedtexten beachten müsst, zeigt unser Ratgeber zum Kirchenheft zur Hochzeit. Eine größere Auswahl an Sprüchen findet ihr außerdem in unserer Sammlung an Trausprüchen.

Wenn ihr unsere Hinweise und Ideen beachtet, wird eure ökumenische Trauung ein voller Erfolg! Falls ihr eine weitere Frage oder Inspiration habt, hinterlasst einfach einen Kommentar.

Wir wünschen euch, dass eure Ehe viele Jahre hält und ihr zahlreiche Hochzeitstage feiert.